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RACER INFO
MOTORSPORT TOTAL
Wir werden immer wieder angeschrieben, warum wir uns dem Thema Helme nicht widmen, einerseits, weil fast alle Motorradzeitschriften und Internetplattformen sich mit dem Thema Helm auseinandersetzen, anderseits wollten wir keine generelle Helmempfehlung geben wie es andere tun. Die Umstände und Berichte zu Helmen oder besser gesagt die billige Werbung, die in letzter Zeit immer wieder gemacht wird, lässt einem keine andere Wahl als sich dem Thema Helm und somit der Schutzfunktion zu stellen.
Wir kennen alle die Standardberichte mit immer wiederkehrendem gleichem Inhalt, da wird seitenweise über Design und diverse Zusatzfunktionen philosophiert anstatt sich mit dem wichtigsten Thema der Helmfunktion zu befassen, der Sicherheit. Nach dem tragischen Unfall von Marco Simoncelli flammte das Thema Helmsicherheit aufs Neue auf, leider nur kurz, mittlerweile wird wieder alles ohne Rücksicht auf Verluste von diversen Medien im Motorradbereich beworben.
Natürlich wird sich hoffentlich ein großer Teil der Motorradfahrer nicht von getarnten Werbungen beirren lassen und sich seine eigene Meinung zum Thema Helm und Sicherheit bilden. Leider gibt es erfahrungsgemäß einen nicht unerheblichen Anteil an Fahrern, sowohl auf der Strasse als auch auf der Rennstrecke, die sich von Angeboten locken lassen, weil sie in irgendeiner Zeitschrift oder Internetplattform davon gelesen haben. Genau hier sehen wir eine moralische Verpflichtung allen Usern gegenüber, im Sinne ihrer eigenen Sicherheit, sich von solchen Werbeattacken nicht blenden zu lassen. Alle Motorradmedien sollten im Sinne der Sicherheit ihrer Leser, Werbung für Billigprodukte, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich sind, verzichten.
Jörg Breitenfeld (Geschäftsführer von Arai Deutschland) gab in einem Interview in der Zeitschrift Circuit ein sehr faires Statement zum Thema Sicherheit der Helme im Allgemeinen ab, darunter auch folgende Aussage: „ Zunächst einmal ist es so, dass ein internationaler Rennfahrer niemals einen rein nur ECE geprüften Helm wählen würde. SNEEL ist hier das Maß der Dinge. Dafür sind die Anforderungen bei einer ECE Homologation viel zu gering. Die im internationalen Rennsport offiziell geforderten Prüfnormen werden nicht von den Herstellern, sondern von der FIM festgelegt, da haben wir keinen Einfluss. Jeder Kunde sollte sich vor einem Kauf beim Hersteller informieren. Wie kann es beispielweise sein, dass der Helm eines Herstellers in der Europaversion 1.200 Gramm und genau der gleiche Helm in der SNELL US Version 1.500 Gramm wiegt? Doch nur, wenn ich Material weglasse, weil die Norm es erlaubt. Das hat aber nichts mehr mit Sicherheit zu tun, da befriedige ich nur noch Markterfordernisse.“
Solche Aussagen, wie die von Herrn Breitenfeld, sollten jedem Fahrer, egal ob Strasse oder Rennstrecke, zu denken geben. Wenn die Unterschiede sogar im gehobenen Preissegment und somit schon im „sicheren“ Bereich vorhanden sind, will wohl niemand wirklich wissen, wie es mit der Schutzfunktion bei der großen Anzahl der billigeren Helme am Markt bestellt ist. Vor allem die von Herstellern teilweise propagierte Unterscheidung in Sporthelme, Touringhelme usw. zeigt, was sich in den Köpfen der Marktverantwortlichen abspielt. Man darf davon ausgehen, dass alle Hersteller ganz genau wissen, dass es keinen großen Unterschied macht ob jemand mit einem 600ccm Roller stürzt oder mit einer BMW GS oder mit einem Tausender Supersportler, da ein großer Teil der Stürze vorwiegend im unteren Speedlevel stattfinden.
Abgesehen von den jeweils persönlichen Vorlieben jedes Fahrers sollten gewisse Grundgedanken immer im Vordergrund stehen. Beginnend bei der Passgenauigkeit, da kein Kopf wie der andere ist, muss jeder Pilot den Helm finden, der ihm wirklich passt. Dazu gehört ein gut sitzender Helm der weder an diversen Stellen drückt und sich trotzdem auf dem Kopf nicht bewegen lässt. Um auf der sicheren Seite in punkto Empfehlung zu bleiben kann man wirklich nur Helme der renommierten Hersteller aus dem obersten high end Bereich empfehlen. Leider haben wir selbst schon Carbonhelme aus dem mittleren Preisbereich gesehen, die nach relativ harmlosen Stürzen zu Bruch gegangen sind und der Helm an der Oberfläche regelrecht gerissen war.
Schützen wir unsere Köpfe mit dem Besten was der Markt zu bieten hat; wenn ein Modell auch noch zufällig das persönlich passende Design anbietet umso schöner, aber lassen wir die Finger von Helmen, die ihre Funktion nur eingeschränkt oder teilweise gar nicht erfüllen. Dies gilt gleichermaßen für alle Motorradfahrer, vom Racer bis zum Tourenfahrer.











































