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Motorsport-Total.com - Motorsport-Informationsdienst

erstellt am: 05.02.2012 um 08:48

 

Ein Bild mit Symbol Charakter: Ein Fahrer und eine ganze Armee von Mitarbeitern hinter den Bildschirmen für die Datenauswertung und um die Elektronik zu managen.

Derzeit wird hinter den Kulissen in alle Richtungen argumentiert, nur um sich verbal und auf Meinungsmacherebene einen Vorteil zu verschaffen. Die Rede ist von der MotoGP und dem verzweifelten Versuch von Ezpeleta die MotoGP wieder attraktiver und vor allem „günstiger’“ zu machen. In welche Richtung es gehen soll dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Haben sich noch bis vor kurzem die Hersteller verbal zurückgehalten, scheint aber derzeit der erste offene verbale Schlagabtausch stattzufinden bei dem Argumente gebracht werden, die mehr nach Vorwand klingen als nach wirklichen Gründen und deren Argumentation.

Nachdem vor allem in den letzten Jahren die Kosten massiv explodiert sind, ist es unumgänglich neue Wege in dieser Richtung zu suchen. Die gestiegenen Kosten haben einige dazu veranlasst sich aus dem GP Sport zurückzuziehen. Übrig geblieben sind vor allem die Drahtzieher der negativen Kostenspirale. Genau diese Hersteller wehren sich jetzt mit Händen und Füßen gegen eine Regeländerung, die entsprechend zur Einsparung beitragen würden. Wieder einmal muss seitens der Hersteller die alte Ausrede herhalten, dass sie die Freiheiten der technischen Entwicklung in der MotoGP nur machen, damit später ein passender Techniktransfer in Richtung Serienbau vollführt werden kann. Doch wo sind die Innovationen genau der Hersteller, die sich diese Aussagen auf die Fahnen heften? Allen voran Honda, wo HRC Vizepräsident Nakamoto zwar betonte, dass er das Budget für 2012 kürzen musste, aber auf der anderen Seite nichts von diversen technischen Einschränkungen wissen möchte und in diesem Zusammenhang sogar mit dem Rückzug aus der MotoGP droht. Nicht viel anders hört sich Yamaha Rennchef Jarvis an, auch er bringt die Aussage des Techniktransfers in den Serienbau. Sowohl Honda als auch Yamaha wollen auf keinen Fall eine elektronische Einschränkung in Form einer Einheits ECU. Ducati hört sich bei dem Thema auch nicht anders an als die beiden vorher genannten. Alle drei sind sich einig, dass die Kosten drastisch gesenkt werden müssen, keiner möchte aber irgendwelche Zugeständnisse machen.

Die Hauptschuldigen dieser Kostenentwicklung sind wohl die Hersteller neben den MotoGP Verantwortlichen selbst. Nakamoto hatte überhaupt die glorreiche Idee, dass es am besten wäre noch einige Jahre zu warten und die heutigen Regeln beizubehalten. Dass HRC diese Lösung am besten passen würde ist aufgrund ihrer finanziellen Mittel klar, zeigt aber auch mit welcher Präpotenz die Verantwortlichen der Hersteller an das Thema herangehen. Ihnen dürfte allen, geblendet durch ihre eigenen möglichen Vorteile nicht klar sein, dass es beim Beibehalten der jetzigen Verhältnisse in einigen Jahren unter Umständen keine MotoGP mehr geben würde.

Dass ausgerechnet die japanische Fraktion auf den verbalen Zug des Techniktransfers in den Serienbau aufspringt ist recht seltsam, sind sie in den letzten Jahren doch diejenigen, die so gut wie keine gravierenden technischen Innovationen in den Serienbau einfließen lassen, sondern die letzten 2 Jahre ihren Mitbewerbern eher hinterherhinken. Kaum neue Modelle am Markt und bei den Modellpflegeaktionen werden nur technische Lösungen verbaut, die die Konkurrenz schon lange hat, also weit und breit keine Spur vom technischen Transfer aus der MotoGP in die Serie. Wobei hier Honda derzeit den Vogel abschießt, bieten sie derzeit in ihrem Serien Superbike keine TC an, obwohl sie in der MotoGP derzeit dafür bekannt sind die beste Elektronik im Bereich Regelsysteme und Motormanagement zu besitzen. Die einzigen die derzeit noch einen wirklichen Techniktransfer in Richtung Serienproduktion stattfinden lassen, ist Ducati.

Es wird auf Sicht nicht ausreichen, wenn sich die Hersteller zwar über die Kostenentwicklung beschweren aber nicht dazu bereit sind die notwendigen Veränderungen auch zuzulassen. Auch dürfte ihnen derzeit nicht bewusst sein, dass sie alleine keine MotoGP abhalten können, wenn sie diesen Umstand endlich einsehen und verstanden haben sollten die Stellungnahmen logischer werden.

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