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MOTORSPORT TOTAL
Die 1199 Panigale spiegelt eine neue Art der technischen Kompromisslosigkeit im besten Sinne wieder.
Ducati scheute keinen Aufwand um die Panigale Testfahrten im entsprechenden Rahmen stattfinden zu lassen und lud einen Teil der renommiertesten Rennfahrer und Journalisten zu den Testfahrten mit der neuen Ducati 1199 Panigale auf die Rennstrecke aus 1000 und einer Nacht nach Abu Dhabi Yas Marina Circuit ein. Ein passender Rahmen für die ersten Fahrten des revolutionären neuen Superbikes von Ducati. Mit dabei war die schnelle österreichische Abteilung der Rennprofis Andreas Meklau und Günther Knobloch. Wie Andy Meklau so treffend formulierte, ist alleine die Anlage in Abu Dhabi eine Reise wert. Meklau: „ Hier gelten andere Spielregeln, man hat das Gefühl, dass hier Geld keinen Stellenwert hat und abgeschafft wurde.
Während in den letzten 2 Jahren die Szene darauf wartete, dass die japanischen Hersteller aus ihrem Tiefschlaf erwachen, arbeitete Ducati an der Erschaffung oder besser an der Neuerfindung des Superbikes schlechthin. Bereits nach den ersten Informationen, die zur Verfügung standen, war einiges zu erwarten. Allen war bewusst, dass mit der 1199 Panigale ein Meilenstein in der großen Hubraumklasse gesetzt werden würde. Umso sehnsüchtiger wurde auf die ersten Testfahrten gewartet. Was jetzt kommt ist eine ganz bittere Pille für alle noch nicht Ducati 1199 Panigale Besitzer und eine klare Ansage, an der es nichts zu rütteln geben wird. Die Panigale ist in allen Bereichen ein siegfähiges Motorrad geworden.
Das Geheimnis liegt nicht nur an dem perfekten Zusammenspiel aller Komponenten sondern mit Sicherheit am Grundkonzept. Hier wurde alles um den Motor herumgebaut und jedes Teil x-mal darauf untersucht, ob es den Ansprüchen für schnelle Rundenzeiten aus dem Stand heraus genügt. Kein überschüssiges Gewicht an den falschen Stellen, keine technischen Lösungen, die zu Gunsten einer günstigeren Fertigung auf der Strecke geblieben sind, erklären auch das Trockengewicht von 164 kg. Die 1199 Panigale spiegelt eine neue Art der technischen Kompromisslosigkeit im besten Sinne wieder.
Keine Spur von Marketingschmähs, wie man sie sonst von diversen Neueinführungen anderer Hersteller kennt. In den letzten 10 Jahren haben viele Hersteller den technischen Weg der „braven Motorräder“ gewählt, erst mit relativ großem Aufwand wurden von den Käufern daraus Racebikes gemacht. Ducati ging genau die entgegen gesetzte Richtung und verpasst uns von Anfang an ein rennstreckenfertiges Motorrad ohne wenn und aber. Kein Gewichtsüberschuss an den falschen Stellen, sondern jedes Teil erfüllt genau seinen Zweck ohne dabei die Rennperformance zu stören.
Harmonie auf voller Linie ist wohl eine der besten Beschreibungen für die neue Panigale. Ein weiteres Novum ist, dass trotz der Renntauglichkeit die Unangestrengtheit des Fahrens erhalten bleibt, das angesichts des technischen Levels auch nicht weiter verwundert, ist doch meistens ein schnelles Racebike auch ein „bequem“ zu fahrendes, wie es alle Racer zu schätzen wissen. Diese Eigenschaft findet man im Serienmodell derzeit wohl ausschließlich bei der 1199 Panigale.
Sie macht auch ein Umdenken notwendig, sowohl unter den Traditionalisten der Ducati Fans als auch bei den Käufern von bisher anderen Marken. Es dürfen getrost alle Vorurteile egal in welche Richtung auch immer über Bord geworfen werden. Um sich ein wirklich faires Bild der neuen Panigale zu machen, ist es für alle Seiten notwendig der neuen Technik und der daraus resultierenden Möglichkeiten so vorurteilslos wie möglich gegenüber zu treten, sonst könnte es leicht passieren, dass so mancher etwas am Superbike Markt versäumt, das er in Wirklichkeit nicht versäumen möchte. Die entscheidenden Informationen kommen einmal mehr von Andy Meklau, in wie weit sich die neue Panigale für den Rennstreckeneinsatz eignet.
Der Tester: Andy Meklau, der einzige Österreicher, der auch in der WSBK zur Weltspitze gehörte, testete die Panigale auf ihre Racetauglichkeit. Einer, der wie kaum ein anderer beurteilen kann, wie nah ein Motorrad im Serienzustand für den Renneinsatz taugt. Andy Meklau testete erst vor kurzem alle WM Superbikes.
R4F:Welche Panigale wäre für dich die ideale Wahl auf der Rennstrecke und warum?
Meklau: Ich bin die Panigale S gefahren und ihre Performance wäre für mich als Racer perfekt. Trifft man z.B. einmal die Linie nicht so genau kann man das jederzeit ändern, einfach weiter umlegen bis es schleift, da ist noch genug Grip vorhanden. Die Panigale ist das stabilste und auch das am leichtesten zu fahrende Motorrad, das ich derzeit kenne. Aber die S würde ich mir als geniales Bike für Straße und Rennstrecke kaufen. Zur Frage warum? Man kann auf Anhieb neue Rundenrekorde aufstellen!
R4F: Was würdest du an der Panigale S für den Renneinsatz ändern um konkurrenzfähig zu sein?
Meklau: So gut wie nichts, höhere Fußrasten, Rennreifen und die Spiegel abschrauben und am Pannoniaring ist der Rundenrekord in Gefahr.
R4F: Was kann die Panigale, was andere Superbikes nicht können?
Meklau: Ein kompromissloses Superbike in jedem Bereich, auf höchster Ingenieurskunst. Ein Traum an Technik und Perfektion mit viel liebe zum Detail!
R4F: Du bist wirklich schon alles gefahren in dieser Liga; kommt derzeit ein anderes Modell diverser Hersteller an die Performance der Panigale heran?
Meklau: Ganz klare Antwort – Nein.
R4F: Warum fährt sich die 1199 so genial deiner Meinung nach?
Meklau: Erstens ist sie das leichteste Motorrad und besitzt eine perfekte Gewichtsverteilung! Zweitens eine perfekte Leistungskurve inkl. Elektronik, die direkt aus der SBK/GP kommt. Drittens verzögert die neue Brembo Bremsanlage top, mit oder ohne ABS!
R4F: Für gewöhnlich sind Serienfederbeine, auch wenn sie aus dem Zubehörregal stammen, nicht immer ganz auf Augenhöhe zum sonst käuflichen Zubehör, wie sieht das bei der Panigale und ihren Öhlins Komponenten aus?
Meklau: Bei der Präsentation in Abu Dhabi am Yas Marina Circuit, wurde von der ersten bis zur letzten Runde nichts mehr verstellt an der „S", einfach eine perfekte Serienabstimmung bei den Öhlins Komponenten, wie bei allen anderen Details ebenfalls.
R4F: Dass du mit allem schnell bist wissen wir alle, aber wie wird sich die Panigale im Bereich Hobbysportler anfüllen bzw. unterstützt sie den Fahrer entsprechend? Anders gefragt, wie leicht wird ein Hobbyracer seine Rundenzeiten mit der Panigale verbessern können?
Meklau: Ganz einfach, über 140 Journalisten waren eingeladen und alle waren begeistert! Ob Weltmeister Troy Baylis, Neil Hodgsen, Steven Mertens usw. und natürlich meine Wenigkeit! (Ach ja, Knobi meinte, er würde auch gerne umsteigen, sie sei leichter zu fahren als seine 600er..)
R4F: Wenn du derzeit einen Vergleich in der Superbike Klasse anstellen würdest, wo steht derzeit die Panigale deiner Meinung nach und warum?
Meklau: Ganz einfach, ganz oben! Nach den ersten drei Tagen in Phillip Island ist die alte Ducati in der WSBK wieder an erster Stelle, sogar mit einem Zusatzgewicht von 6 kg. Jetzt wurde in jeden Bereich umgesetzt, was beim alten Motorrad gut war aber nicht perfekt.
Wir führen hier nur mehr die Eckdaten der neuen Macht aus Italien an. Alles andere darf jeder, der sich interessiert, selbst erfahren im wahrsten Sinne des Wortes und bei passender Gelegenheit gleich eine Probefahrt beim Ducati Händler seiner Wahl vereinbaren. Für alle, die in nächster Zeit bei dem Thema Panigale Probefahrt auf der Warteliste landen werden, können sich jetzt schon die DUCATI SPEEDDAYS 2012 ( 27. bis 29. Juli) vormerken, wo sicher ausgiebige Testmöglichkeiten auf der Rennstrecke angeboten werden. www.ducati.at
Technische Eckdaten:
FEATURES 1199 PANIGALE S TRICOLORE
Tricolore Design, Race-ABS inkludiert, DDA+ (Data Recording) mit GPS-Zeiterfassung, Titanium Racing-Schalldämpfer (beigepackt)
FEATURES 1199 PANIGALE S / 1199 PANIGALE S TRICOLORE
Öhlins Gabel (NIX30, elektronisch einstelbar), Öhlins Federbein (TTX36, elektronisch einstelbar), Öhlins Lenkungsdämpfer, DES-System (Ducati-Elektronic-Susspension), geschmiedete Marchesini Felgen, Full-LED-Scheinwerfer, Carbon Kotflügel vorne, Aero Kit (Luftabweiser für Verkleidungsoberteil - verbesserte Aerodynamik), Race-ABS (optional)
FEATURES - ALLE PANIGALE MODELLE
Superquadro Motor, Desmodromik (Steuerkette+Zahnräder), Ducati Monococque Konzept, Riding Mode System, Race-ABS System (Optional), DES (Elektronisch einstellbares Fahrwerk), DTC (Traktionskontrolle), DQS (Schaltautomat), EBC (Engine Brake Control - Kontrolle der Motorbremswirkung), RBW (Full Ride-by-Wire), TFT Display mit einstellbaren Layouts, DDA (Data Recording, als Zubehör kann auch auf DDA+ mit GPS Rundenzeitnehmung aufgerüstet werden), Brembo M50 Monobloc Bremszangen, 200/55-ZR17 Bereifung mit World-Superstock Technologie, 24.000 Km Ventilserviceintervalle...
RIDING MODE EINSTELLUNGEN
RIDING MODE RACE: 195 PS (Direkt), Fahrwerk in Rennabstimmung, DTC und EBC in Racing Einstellung, ABS front-only, TFT-Display im Race Layout, DQS (Quick-Shifter) aktiviert
RIDING MODE STREET: 195 PS (Smooth), Fahrwerk in sportlicher Abstimmung, DTC und EBC in Sport Einstellung, ABS front-and-rear, TFT-Display im Street Layout, DQS (Quick-Shifter) aktiviert
RIDING MODE WET: 120 PS (Smooth), Fahrwerks Abstimmung für wenig Traktion, DTC und EBC mit starker Interaktion, ABS front-and-rear, TFT-Display im Street Layout, DQS (Quick-Shifter) deaktiviert
SUPERQUADRO MOTORKONZEPT
195 PS Motorleistung, 13,5 kgm Drehmoment, Benzineinspritzung mit Ride-By-Wire Technologie, zwei Einspritzdüsen pro Zylinder (equ. 67,5mm), Riding-Mode-Konzept, Motor als tragendes Bauteil (Ducati Monocoque-Frame Konzept), Zylinder 6° nach hinten gedreht (vs. Testastretta Motor), Vacural Motorgehäuse, Primär-Motorgehäusedeckel, Kupplungsdeckel und äußerer Motorgehäusedeckel in Magnesium/Aluminium, Nikasil beschichtete Aluminium Laufbuchsen (Zylinderkopf direkt auf das Motorgehäuse aufgesetzt), Doppelsteg-Racing Kolben (112 mm Bohrung), gleitgelagerte Kurbelwelle, GP-Vacuum Ölpumpe (reduziert den Gegendruck beim Dekompressionsvorgang), Steuerketten/Zahnrad Antrieb der Nockenwellen, Titanium-Ventile (46,8/43,5mm), Öffner- und Schließerhebel mit PLC-Beschichtung (Polymeric-Like-Carbon), Dekompressionssystem für Motorstart, neues 6-Gang-Getriebe, Anti-Hopping-Self-Servo Kupplung im Ölbad, 24.000 Km Ventilsverviceintervalle
LEISTUNG / DREHMOMENT
195 PS - 144 kW bei 10.750 Umin / 132 Nm Drehmoment bei 9.000 Umin
GEWICHT
164 Kg Trockengewicht
ABMESSUNGEN
2.075 mm Länge, 1.100 mm Höhe, 1.437 mm Radstand, 825 mm Sitzhöhe
GARANTIE
24 Monate Garantie ohne Kilometerbegrenzung
SERVICEINTERVALLE
Serviceintervalle: 1.000, 24.000 und alle weiteren 24.000 Km (Ölwechsel alle 12.000 Km)
alle Detail Informationen inkl. Listenpreise finden sich unter www.ducati.at













































