erstellt am: 20.12.2012 um 20:00

Strafen Katalog MotoGP 2013 - Dem Rennsport wurde gerade die Seele entfernt

Der Motorradrennsport Fan ist seit vielen Jahren einiges gewohnt und entsprechend leidensfähig. Aktuell wird der Schmerzpegel auf ein neues Level gehoben, indem innerhalb des MotoGP (alle Klassen) ein Strafen Katalog verabschiedet wurde, der ab sofort Gültigkeit hat. Abgesegnet wurde ein 10 Punkte Strafen Katalog, der in Zukunft wie folgt gehandelt wird:

4 Punkte - Versetzung auf den letzten Startplatz für das nächste Rennen

7 Punkte - Starten aus der Boxengasse beim nächsten Rennen

10 Punkte - Sperre für das nächste Rennen

Die Strafe kann statt oder zusätzlich zu anderen Sanktionen ausgesprochen werden. Ist die Bestrafung vollführt, wird alles auf null gesetzt. Beschlossen von der Grand Prix Kommission, der Herrn Carmelo Ezpeleta (Dorna, Vorsitzender), Ignacio Verneda (FIM Executive Director, Sport), Herve Poncharal (IRTA) und Takano Tsubouchi (MSMA), Paul Duparc (FIM) und Mike Webb (Race Director), in einer Sitzung am 13. Dezember 2012 in Madrid.

Dass diese Hiobsbotschaft zuerst im Kreis der Vierrädrigen die Runde machte, verwundert auch nicht weiter. Dort sitzen die meisten Regelwütigen, bei denen die Bestrafung der Fahrer die spannendsten Momente im Rennen darstellt. Zu Tode reglementierte Rennserien, die seelenlos ausgemergelt und ausschließlich Kommerz und dafür nicht mehr Sport orientiert schon lange das Publikum haben, das sie verdienen. Nur in unseren schlimmsten Albträumen kam uns das Thema Strafen Katalog mit Punktesystem unter, bevor wir schweißgebadet und hyperventilierend aufgewacht sind und uns darüber freuten, dass alles nur ein schlechter Traum war. Nun ist es Realität, die Scheinmoralisten, Spießer, regelwütigen Vorschriftenfanatiker und angepassten Systemhörigen haben sich über den Motorradrennsport hergemacht, derzeit wenigstens "nur" über den MotoGP. Es ist somit nur mehr eine Frage der Zeit bis andere Rennserien, allen voran die World SBK, die genauso Ezpeleta gesteuert ist, nachziehen werden.

In Wirklichkeit ist das ganze ja gar nicht so überraschend wie es derzeit aussieht. Sah man sich in diversen Webseiten und Rennsport Foren um, war absehbar, dass sich eine neue Gruppe Rennsportfans, die diese Bezeichnung in keinster Weise verdient, seit geraumer Zeit breit machte, genau diese Einstellung befürwortet hat. Noch bitterer ist die Tatsache, dass unter diesen komischen Zeitgenossen auch Menschen zu finden sind, die sich selber auf der Rennstrecke bewegen. Das ist wohl der Preis dafür, dass Rennsport immer mehr zum Zeitvertreib für eine elitäre Gesellschaftsgruppe in Frage kommt, die früher lieber Golf gespielt hätte. Dass allerdings ausgerechnet die Verantwortlichen im MotoGP auf diesen Zug aufspringen, war nicht so schnell zu erwarten.

In einer zu Tode reglementierten Welt, in der sich bis auf den Motorradrennsport alle dem phlegmatischen Zeitgeist angepasst haben, ist somit auch die letzte Bastion gefallen. Was sich der MotoGP davon verspricht ist derzeit noch nicht auszumachen, eventuell einen Zuseher Zulauf der denkbefreiten F1 Fans, die sich bei jedem Rennen in ihrer mitteleuropäischen Mentalität der Reglementierungswut bestätigt sehen, grölend mit Bier und Chips bewaffnet, versuchen sich der Tatsache zu entziehen, dass sie eine Schande für diese Sportart sind, die sich über Jahrzehnte ihren eigenen Charakter bewahrt hatte und sich der geheuchelten politischen Korrektheit nicht unterworfen hat. Kein Wunder, dass ein massiver Zulauf bei Straßenrennen, wie z.B. der Isle of Man oder NW 200, zu verzeichnen ist.  

Wir versprechen hiermit feierlich jedes MotoGP Rennen so gut es geht zu meiden und spätestens dann den Aus-Knopf zu drücken, wenn die letzten Helden dieses Sports jeweils nicht mehr im Rennen sind, viele gibt es davon ohnehin nicht mehr. Rückwirkend Danke an einen Teil der Fahrer, die einen nicht kleinen Teil der Mitschuld an der neuen Regelsucht des MotoGP haben. All diejenigen Piloten, die seit Jahren darüber lamentieren, dass alles zu gefährlich, zu brutal und zu schnell ist. Allen voran einer, der dankender Weise das Weite gesucht hat und in Australien Fische fängt, wenn er nicht gerade hinter einem Lenkrad sitzt, wo er schon immer besser hingepasst hätte. Gefolgt von Lorenzo, der nicht müde wird allen möglichen Fahrerkollegen gefährliche Fahrweise zu attestieren (SIC; Rossi, usw. ). Lorenzo predigte noch vor kurzer Zeit darüber, dass ein Strafen Katalog notwendig sei, wo seiner Meinung nach jede Berührung im Zweikampf mit Strafpunkten zu bestrafen sei. Natürlich dürfen wir dabei den kleinen Spanier Dani Pedrosa nicht vergessen, der ebenfalls schon immer für eine solche Regelung eingetreten ist, aufgrund seiner körperlichen Unzulänglichkeiten. Auch er hatte immer wieder Probleme mit der angeblichen "gefährlichen Fahrweise" seiner unmittelbaren Konkurrenten, unter anderem auch mit SIC.

Mit der Entscheidung einen Strafen Katalog einzuführen wird dem Motorradrennsport die Seele herausgerissen. Zweikämpfe ohne wirkliche Zweikämpfe werden die Folge sein, nicht nur in der großen Klasse, sondern vor allen in der Moto2. Keiner der Piloten, der auch nur annähernd eine Chance hat um den WM Titel zu fahren, wird irgendetwas riskieren für das er nachher entweder von hinten startet oder ausgeschlossen wird. Wir werden schönes hintereinander Herfahren sehen, wie es bereits seit geraumer Zeit in der großen Klasse gebräuchlich ist. In gleichem Ausmaß erwischt es damit die Moto3, die sich ebenfalls durch spannende Zweikämpfe auszeichnet. Um dem Motorradrennsport endgültig fertig zu machen, fehlt nur noch ein Überholverbot an zwei Drittel der Rennstrecke.

Es gibt immer wieder genug Fehlentscheidungen der Rennleitung, wie man anschaulich an der Versetzung in die letzte Startreihe von Marc Marquez sehen konnte. Was wird mit dem neuen Regelwerk erst los sein, wenn unwissende mit Blindheit geschlagene Rennkommissare frei nach Laune die Punkte vergeben werden. Da kann man die WM Entscheidung gleich nach Status der Fahrer und dem finanziellen Einfluss der Teams am grünen Tisch entscheiden, würde keinen großen Unterschied mehr machen. Ein Danke an alle vorschriftengeilen Ignoranten und der Wunsch, dass sie sich mit der neuen Reglementierungswut einer ganzen Rennserie hoffentlich zu Tode langweilen. Sie können ja im Notfall darüber diskutieren, ob die Anzahl der vergebenen Strafpunkte gerechtfertigt war oder nicht.

Motorradrennfahren war seit jeher eine der härtesten Sportarten überhaupt, mittlerweile wird an allen Ecken und Enden weichgespült und eingeschränkt, um sich einer Gesellschaft anzupassen, die oftmals genau deshalb zu Rennen pilgert oder vor dem TV Gerät Platz nimmt, weil sie etwas anderes haben wollen als der reglementierte Alltag zu bieten hat. Damit dürfte, wenn die gezeigte Tendenz anhält, in absehbarer Zeit endgültig Schluss sein. Damit werden nicht einzelne Fahrer bestraft, wie so mancher deutschsprachige Regelfanatiker glauben würde, sondern der Motorradrennsport an sich. Es gibt nur mehr eine Handvoll Racer nach altem Schlag, die bis ganz oben kommen und mit ihrer Interpretation des Rennsports die Massen anlocken. Wenn diesen Fahrern die letzte Angriffslust genommen wird, verkommt der MotoGP zur Formel 1 auf 2 Rädern, darauf können die eingefleischten Fans wohl gerne verzichten.

 

Georg, 21-12-12 11:22:
Na da ist wohl wer mit dem falschen Fuß aufgstanden..
Ein wenig übertrieben diese Schwarzmalerei!
Ich bin absolut kein Befürworter dieser übertriebenen "Strafenpolitik", aber den Sport so abzuschreiben wie in diesem Artikel finde ich absolut übertrieben!
Eine Frechheit finde ich es aber, Formel 1 Fans als "denkbefreite Schande für den Sport" zu beschimpfen!

Frohe Weihnachten...
lockinger, 21-12-12 12:09:
das war keine beschimpfung der F1 fans, sondern einfach einfach eine bestandsaufnahme....
Georg, 21-12-12 15:05:
Na dann erklär mir doch mal bitte was Formel 1-Fans zu einer "denkbefreiten Schande für den Sport" macht? Was unterscheidet ihn denn vom MotoGP-Fan?
Erwin, 21-12-12 16:00:
Ganz einfach 2 Räder und damit eine ganz andere Weltanschauung!
lockinger, 21-12-12 17:08:
wer gerne seine meinung ausführlich diskutieren möchte kann das gerne auch hier machen:

https://www.facebook.com/groups/124438274242570/

oder im forum einen eintrag zum thema aufmachen:

http://www.racing4fun.at/php/
Obi, 23-12-12 17:46:
Lockinger, ich stimme dir bei beinahe allem zu, allerdings denke ich nicht, dass sich irgendwas besonders ändern wird (oder vielleicht hoffe ich es auch nur)

Wenn ich das System mit dem Strafenkatalog richtig verstanden habe (ohne mich genau damit auseinanderzusetzen) dann gibt es drei verschiedene "Punktestände" die man afgebrummt bekommt, sollte es einen Zwischenfall geben, richtig?
Wenn dem so wäre, dann würde sich ja nichts an der aktuelle Situation nichts ändern, außer dass die Regelwütigen nun noch zu der Strafe hinzufügen können, dass das X Strafpunkte waren.

Eigentlich ist es auch egal, denn im Endeffekt schadet man nur den Rennport wenn man alles regelementieren will.

Wenn diversen Piloten (im Moment eher spanische und deutschsprachige) der Sport in ihren Augen zu gefährlich wird, dann sollen sie sich einen anderen suchen, vermissen wird man sie nicht. Die echten Fans sind ohnehin schon kurz davor sie zu verachten.
patdevil, 02-01-13 07:50:
Diese sogenannte "Regelwut" ist doch erst aufgekommen, als ein gewisser Herr Marquez aufgetaucht ist. Er mag ein begnadeter Rennfahrer sein, genau wie ein Rossi, etc.; aber das verhalten das er manchmal auf der Rennstrecke an den Tag legt, lässt keine andere Konsequenz zu, als eine Strafe auszurufen!!! Genau wie Lüthi es im Msa gesagt hat, der Marquez würde diese überhahrte Fahrweise in manchen Situationen gar nicht brauchen! ein Rossi oder andere Piloten haben sowas auch nicht nötig!
Bevor Marquez aufgetaucht ist, hat kein Mensch an irgendwelche Strafen im Moto GP Sport gedacht!
lockinger, 02-01-13 12:32:
lieber patdevil !

was für ein geiler gedankengang, unglaublich.....eh wie könnte es auch anders sein, als das MM schuld ist. das schuld haben an allem und jedem kennt er schon zu genüge. auch an unfällen die keine zweitbeteiligung hatten, nur um dem schrieenden böbel genüge zu tun wurde er in die letzte startreihe vergattert.

wenn du schon einen schuldigen brauchst ausser den motogp verantwortlichen die sich dadurch eine zulauf von rennsport unwissenden regelfanatikern erhoffen solltest du unter anderem bei dem von dir genannten lüthi und co suchen, die aufgrund ihrer erdrückenden unterlegenheit und dem wissen das sie so gar keine chance gegen ohne haben, die ganze saison nichts besseres zu tun hatten als zu stänkern, zu maulen und strafen zu fordern. natürlich gab es vorher wenig bis gar nichts, weil es fast so aussah als ob die letzten racer ausgestorben wären, aber dann kam g.s.d. MM

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