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erstellt am: 14.05.2013 um 17:20

Fast Shift Modul – Der Nächste bitte!

Leider entfällt damit eine weitere Ausrede für Rundenzeiten. Fahrer, wie der amtierende IDM Superbike Champion Erwan Nigon, sein Teamkollege Markus Reiterberger oder auch der fürchterliche Horst Saiger, bewegen die Quickshifter bereits artgerecht.

Zubehör für Motorräder gibt es ebenso viele wie Fahrer und das Angebot reicht von Felgenrandaufklebern, bis hin zu Motor-Kitteilen. Selbstverständlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er als nützlich oder eben als eher nicht so nützlich ansieht. Ein Bauteil, um dessen Nutzen sicherlich kein Diskussionsbedarf besteht, sind Schaltautomaten( im Gegensatz zu Felgenrandaufklebern..). Von Herstellern, wie Triumph und BMW, bereits als Serienzubehör angeboten, entwickelte sich recht schnell ein positiver Trend, der immer stärker wird. Wie so oft ist aber das Serienstück nicht die Spitze des Machbaren sondern bildet vielmehr eine Basis, die von findigen Tunern um ein Vielfaches überboten und individualisiert wird. Von günstigen 150€ Schaltautomaten, welche via Power Commander betrieben werden, bis hin zu Stand-Alone-Systemen für über 500€ ist die Auswahl groß.

Ein besonderes Exemplar liegt uns aus dem Hause MCT Lohmann vor. Der Kawasaki Vertragshändler und Tuner ist bereits seit über 25 Jahren in Langenhagen, nähe Hannover, tätig und hat sich in der deutschsprachigen Tuningszene und außerhalb einen guten Ruf erarbeitet. Das Schöne ist damit nicht nur die Rennerfahrung des Händlers aus Hannover, sondern auch die Tatsache, dass man einen Hersteller mit eigenem Material auf der Piste schlagen kann und seien wir mal ehrlich: Sind wir nicht alle ein bisschen Ego? Das Fast Shift Modul wird in einer unscheinbaren Verpackung geliefert und besticht eher durch seine hochwertige Bauart und Haptik, als durch unnötige Schnörkeleien. Fast zu schade für das zur Verfügung gestellte englische Brenneisen, aber manchmal darf man nicht wählerisch sein, wenn es ums testen geht.

Bestehend aus 3 Teilen erübrigt sich dank des Plug and Play-Kabels eine aufwendige Anleitung, zum Glück, den die Anleitung fällt sporadisch aus und dürfte Schrauber, die keine 3 Kabel miteinander verbinden können, aus der Bahn bringen. Mitgeliefert wird eben dieses Plug and Play- Kabel für das passende Motorrad, ein Sensor, welcher sowohl als Druck, als auch Zugsensor arbeitet und die kleine FSM Box. Dank mehrerer Drucktasten entfällt bei dieser eine lästige Überbelegung wie z.B. bei Konkurrenz-Produkten aus dem Hause Starlane (Mitbewerber? Konkurrenz? Kollegen? Feinde?). Die Montage gestaltet sich denkbar einfach und erfordert lediglich die Demontage des Tanks und der Airbox, um die fertigen Plug and Play-Kabel an die Zündung anzuschließen. Kabel verlegen, FSM Box unter dem Heck verstauen, Sensor anschließen – Fertig! Schnell, simpel, gut!

Aber genug geredet, wir wollen wissen, wie der kleine Apparat funktioniert, nicht wie man ihn anschließt, also ab auf die Rennstrecke, Reifenwärmer rauf, Reifenwärmer runter und auf geht's. Komplett mit der Voreinstellung wohlgemerkt, wir wollen am Gasgriff drehen und nicht auf Knöpfe drücken. 1. Gang, grüne Ampel, Open Pitlane: GAS! Eifrig klettert die kleine Engländerin die Drehzahl rauf und...Begrenzer. Nein, natürlich geht es nicht vom ersten in den zweiten, aber einen Versuch war es wert. Schnell den zweiten, dritten, vierten. Wie ein Engländer im Pub das Bier, so schnell und ohne Unterbrechung schaltet die kleine Daytona die Gänge durch. Ohne Lastwechsel, ohne Verzögerung oder Rucken lassen sich die Gänge 2-6 durchschalten, als wäre sie ein einziger. Zugegebenermaßen machte sich erst Skepsis breit, die Recherche nach der geeigneten Unterbrechungszeit, der Sensibilität, aber nichts dergleichen. Bereits mit dem vorab Set-up arbeitet der Schaltautomat, als wäre er von Haus aus inklusive, als wäre die Triumph mit einem kleinen elektronischen Herzen aus den Werken in Hinkley gerollt. Leider entfällt damit eine weitere Ausrede für Rundenzeiten. Fahrer, wie der amtierende IDM Superbike Champion Erwan Nigon, sein Teamkollege Markus Reiterberger oder auch der fürchterliche Horst Saiger, bewegen die Quickshifter bereits artgerecht.

Das Schöne an der Rennstrecke ist aber nicht nur das Fahren, sondern auch der Umstand, dass man in regelmäßigen Abständen das liebevoll zusammengebaute Motorrad im Kiesbett versenkt. Jeder, der diese Zeilen hier liest, dürfte schon mehr als ein Monatsgehalt in die Reparatur seines geliebten Brenneisens ausgegeben haben. Erfreulich also, dass der Schaltautomat werksseitig komplett zerlegbar und reparabel ist. Im schlimmsten Falle liegt der Preis für einen neuen Sensor bei 189€. Einfach, simpel, perfekt? Nicht ganz. Leider ist es nicht möglich den Schaltautomaten einfach mit einem anderen Plug and Play-Kabel von Motorrad zu Motorrad mitzunehmen, da die Schalteinheit immer fahrzeugspezifisch aufgebaut wird. Quasi perfekt, aber nur für ein Modell. Wer gerne im Jahresrhythmus seine Motorräder zerlegt oder freiwillig wechselt, dürfte seine Kasse zusätzlich belasten, aber wer sein Motorrad nicht freiwillig hergeben, oder beim Wechsel nicht von weiteren 569€, für einen perfekt arbeitenden Schaltautomaten, zurückschreckt, dem sei zum MCT Fast Shift Modul geraten. Einfacher und besser geht es kaum.

 

www.mct-lohmann.de

 

 

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