racing is not a mechanical exercise - it is not a sport - it is a religion

erstellt am: 21.03.2016 um 18:21

Pfiffe für Lorenzo und Marquez - Auch Rennfahrer müssen sich Respekt erstmals verdienen

Bei der Siegerehrung des MotoGP in Qatar gab es Pfiffe für Lorenzo und auch für Marquez. Die Menge hatte sich noch nicht beruhigt, kamen schon die ersten Statements der MotoGP Propagandapresse über TV, die von ewig unbelehrbaren Rossi Fans faselten. Gleich nachher empörten sich ehemalige Rennfahrer gleichermaßen darüber, wie die gekauften PR-Sklaven der MotoGP-Schreiberlinge, die sich selbst als Fachpresse bezeichnen.

Von Schande über die Fans, bis zu dem immer wiederkehrenden Irrglauben, dass Fans und Rennsportbegeisterte den Fahrern gefälligst Respekt entgegenzubringen hätten, war alles zu hören und zu lesen. Jedes Mal, wenn ich diesen Unfug höre, kommt mir die Galle hoch. Betrachten wir doch einmal näher, worum es in Wirklichkeit geht.

Wann reagieren Fans eigentlich so? Was führt zu solchen Reaktionen des Publikums? Haben sich alle Rennfahrer wirklich Respekt verdient, nur weil sie für viel Geld den Rennfahrer machen? Geht es bei der Ablehnung einiger Fahrer wirklich um ihre sportliche Leistung oder doch um die Art und Weise, wie diese mit der Masse umgehen? Welchen Anteil trägt die Dorna an solchen Geschichten? Warum kann die Presse nicht offen ansprechen, worum es wirklich geht? Sportliche Leistungen kann man akzeptieren und diese auf sportliche Ebene würdigen, aber Respekt müssen sich auch Rennfahrer verdienen. Respekt gibt es ausnahmslos für menschliches Verhalten, unabhängig von der Sportart. Der derzeitige Zustand in der MotoGP ist der Beweis dafür, dass sich Fans nicht permanent an der Nase herumführen lassen und nicht gewillt sind sich belügen zu lassen. Schlechte schauspielerische Leistungen, Überheblichkeit, Ignoranz und fehlende menschliche Größe werden von den Zusehern in allen Sportarten mit Unmut bestraft. Wer als Rennfahrer menschliche sowie sportliche Größe vermissen lässt, bekommt eben keinen Respekt des Publikums sondern ihre Abneigung zu spüren. Es hat noch nie gereicht schnell zu fahren, um den Spirit des Rennfahrens als solches zu verstärken.

Wenn die Fans diese fehlenden Eigenschaften an Fahrern kritisieren, indem sie den ein oder anderen Piloten ausbuhen oder auspfeifen, gibt es keinen Grund von der versammelten Pressemeute dagegenzuhalten. Deren Motivation ist meistens genauso verwerflich wie das Verhalten einiger Fahrer, deren Verteidigung sie gerade übernehmen. Nirgendwo anders würde sich die Presse erlauben das Publikum zu kritisieren, nur weil ihnen die Vorstellung nicht gefallen hat oder hat jemand schon einmal davon gehört, dass ein denkbar schlechtes Theaterstück, mit unfähigem Regisseur und Laienschauspielern, das ausgepfiffen wurde anschließend von der Fachpresse schöngeschrieben und die Zuseher dafür an den Pranger gestellt werden? Richtig, ich auch noch nicht!

Wenn sich dann aus falsch verstandenem Obrigkeitsgehorsam pensionierte Rennfahrer und auch ein Teil der Presse bemüßigt fühlen gegen die Fans zu schreiben, haben diese Herrn einfach etwas nicht verstanden oder erfüllen bloß ihre von der Dorna diktierte Propagandarolle. Wenn ein David Emmett auf Twitter schreibt: "Shame about the "fans" in the crowd who feel the need to boo the riders.", möchte man ihm zurufen: "Logisch, die beiden sind auch ********, was verstehst du daran nicht?"

Mit ein Grund für schlechte schauspielerische Leistung der GP-Akteure und der Presseleute ist der Fakt, dass die Dorna seit einigen Jahren zu Knebelverträgen gegenüber den Presseleuten greift. Wer weiterhin als offizieller Pressevertreter bei den MotoGP Events geladen sein möchte, tut gut daran den Vertragstexten zu folgen. Bei Zuwiderhandeln droht der Ausschluss, dies wäre wiederum für viele aus der Presselandschaft, die sich ausschließlich mit der MotoGP beschäftigen, existenzgefährdend.

Trotzdem ist es moralisch keine Entschuldigung Verschleierungstaktik zu betreiben und gegen die Gruppe vorzugehen, die diesen Zirkus am Leben erhält, die Zuseher! Genauso daneben wie das Verhalten einiger Fahrer, ist das Verhalten der besagten Pressevertreter. Beide haben sich eben keinen Respekt sondern im besten Fall Häme verdient.

Es geht auch beim Rennsport nicht ausschließlich darum, wer die schnellste Rennrunde fährt, wer wie viele WM-Titel eingeheimst hat, sondern unterm Strich darum, ob jemand ein menschliches "asshole" ist oder nicht. Daran werden weder die gekauften MotoGP Schreiberlinge noch die unwissenden TV-Moderatoren etwas ändern.

zurück zur Übersicht
TOP