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erstellt am: 05.04.2016 um 19:03

Loris Capirossi: "Die Flügel sind gefährlich." Warum werden sie dann nicht verboten? Die Flügel werden bereits scherzhaft als "Michelin optimizer" bezeichnet.

Das unästhetische Flügelwerk in der MotoGP Klasse sorgt einmal mehr für Aufregung. Seit den ersten Feindberührungen auf der Strecke kommt ein neuer Aspekt hinzu, die Sicherheit. Das Flügelwerk kann bei unglücklichen Zwischenfällen zu massiven Verletzungen führen. Loris Capirossi brachte es auf den Punkt und stellte gegenüber gpone.com klar fest, dass das Flügelwerk an den GP-Maschinen gefährlich ist.

Capirossi: "Ich bin in die Ducati Garage gegangen, um die Solidität des Spoilers zu testen. Es ist in der Tat nicht möglich den Flügel zu zerbrechen, das bedeutet, dass im Falle einer Berührung der Fahrer Schaden nehmen könnte. Ich schließe es derzeit aus, dass sie verboten werden, aber es ist etwas über das wir in Zukunft diskutieren müssen, da es bei einer Kollision gefährlich werden kann."

Capirossis Behauptungen wurden unter anderem auch durch den Sturz von Lorenzo untermauert, wo auch ganz klar zu sehen war, dass der Flügel zwar letztendlich abgebrochen ist, nachdem das Gewicht der M1 auf dem Flügel lastete, dieser aber im Ganzen davongeflogen war. Der Flügel selbst hat anscheinend keine Sollbruchstelle. Somit ist auch klar, dass alle Hersteller, die mit Flügelwerk unterwegs sind, auf die gleiche Technik setzen.

Mindestens gleich interessant, wie die Beschaffenheit des Flügelwerks, ist die Aussage von Capirossi, dass er nicht glaubt, dass diese rasch verboten werden könnten. Warum eigentlich nicht? Warum sollte ein Anbauteil, der offensichtlich nicht zwingend erforderlich ist, aus Sicherheitsgründen nicht verboten werden? Etwa, weil sich die Herstellervereinigung dagegenstellt? Warum werden die Flügel überhaupt verwendet? Aerodynamische Vorteile scheinen ja nicht zwangsläufig vorhanden zu sein, wenn man Valentino Rossi Glauben schenken darf. Ducati waren die Ersten, die damit experimentierten und andere haben nachgezogen.

Die Flügel werden bereits scherzhaft als "Michelin optimizer" bezeichnet. So lustig dies auch klingen mag, so abwegig ist der Gedanke gar nicht. Das Flügelwerkthema wurde zeitgleich mit dem Einzug von Michelin in die MotoGP aufgegriffen. Dies würde auch erklären, warum Capirossi in absehbarer Zeit nicht an ein Verbot glaubt. Sie wurden möglicherweise als technische Krücke geschaffen, um das Handling des missglückten Vorderradreifens von Michelin zu erleichtern, zumindest für einige Fahrer oder aber im Speziellen für die Ducati Chassis. Eine entsprechende Wirkung muss das Flügelwerk haben, sonst würden sie bei Sicherheitsbedenken ganz schnell verboten werden, oder auch nicht? Erst nach dem Rennen in Argentinien sprach Pol Espargaro von einem "verzerrten Wettbewerb" durch Ducati. Weiter ließ Espargaro hören: "Michelin hat viele Probleme, aber eines davon ist die Ducati."

Erst dieses vergangene Rennwochenende fasste Iannone eine Strafe wegen "gefährlicher Fahrweise" aus. Die sonst übergenaue, regelwütige Dorna ist ganz schnell mit Bestrafungen, wenn es darum geht Fahrer, unter dem Deckmantel der Sicherheit, zu bestrafen. Geht es aber um Anbauteile, die den Herstellern oder/und einem Lieferanten dienlich sind, spielt die Sicherheit auf einmal gar keine Rolle mehr, auch dann nicht, wenn ein Capirossi öffentlich bestätigt, dass die Flügel im Falle einer Kollision ein Sicherheitsrisiko für die Fahrer darstellen. Hoffen wir also darauf, dass sich keiner der Fahrer durch das unnötige Flügelwerk verletzt, bis die Dorna aufhört den Herstellern Zuckerwatte in den Allerwertesten zu blasen und sich endlich ihrer Verantwortung den Fahrern gegenüber bewusst wird und entsprechend handelt.

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