racing is not a mechanical exercise - it is not a sport - it is a religion

erstellt am: 17.08.2016 um 12:38

Andrea „YES, WE ARE MANIAC“ Iannone, ein Rennfahrer aus vergangenen Zeiten. Andrea Iannone, ein Rennfahrer mit einem unbändigen Willen und entsprechender Härte, keiner dieser aalglatten, angepassten Retorten GP-Fahrer wie viele seiner Kollegen.

Es ist an der Zeit sich wieder einmal mit Iannone zu beschäftigen, dem MotoGP-Piloten, der aus allen Ecken und Enden angefeindet wird. Sogar wenn er siegreich auf Platz eins steht, fällt den meisten Schreibenden nichts anderes ein, als einen Teil seiner angeblichen „Verfehlungen“ zu beleuchten. Iannone hat die jahrelange sieglose Zeit von Ducati beendet und erhält trotzdem nicht die entsprechende Anerkennung, die er sich verdient hätte. Schuld daran ist die jahrelang anhaltende mediale Hetze gegen einen Spitzenfahrer der anders ist als ein Großteil seiner dem Mainstream angepassten Kollegen.

Iannone ist zuwider allen Behauptungen ein harter Fahrer, der immer bereit ist sein persönliches Maximum zu geben, aber trotzdem nie unfair zu Werke geht. Sein Speed resultiert eher aus seiner unbeugsamen Geisteshaltung, seinem Siegeswillen und der Bereitschaft nie aufzugeben. In weiten Bereichen erinnert er an einen ganz großen Racer aus vergangenen Tagen, der eine ähnliche Art Rennen zu fahren zu seinem persönlichen Markenzeichen gemacht hat, an „quick Mick Doohan“. Auch Doohan lehrte seinen Gegnern gerne das Fürchten, indem er keine Gefangenen machte. Wer sich mit ihm auf der Strecke anlegte war sich bewusst, dass es sehr hart werden konnte. Eine Eigenschaft, die sich Iannone ebenfalls zu Nutze macht. Vor allem in einer Zeit, in der seine Gegner äußerst zartbesaitet erscheinen und ein enges Überholmanöver gleich als Angriff auf Leib und Leben verstehen und sich hinterher bitterlich über den „ach so bösen Iannone“ beschweren.

Mit jeder Beschwerde seiner Fahrerkollegen wächst der fahrerische Respekt ihm gegenüber, der sich auch noch „Maniac“ nennt. Dieser Umstand ist zunehmend zu beobachten, indem sich seine Gegner mit großem fahrerischen Respekt annähern und zweimal nachdenken, bevor sie sich auf einen engen Zweikampf mit ihm einlassen. Ganz im Stil eines Doohan, der auch noch öffentlich dazu stand, dass er auf der Piste keine Gefangenen macht. Was zu Doohans Zeiten schon für Gesprächsstoff sorgte, artet in der weichgespülten Rennfahrerneuzeit in permanenter Anfeindung, Kritik und Maßregelung aus.

Anstatt sich über Iannone zu beschweren, sollte ihm die Rennsportwelt dankbar sein, dass es noch einen Fahrer gibt, der die alten Rennfahrertugenden hoch hält und das sprichwörtliche Salz in der faden MotoGP-Suppe darstellt. Dabei ist Iannone bloß ein Fahrer, der sein Ziel so klar vor Augen hat, wie wohl kaum ein anderer. Er ist nicht nur einer der physisch Stärksten im ganzen Feld, sondern auch mental eine große Nummer. Die ganzen Anfeindungen auf und neben der Piste, scheinen an ihm abzutropfen und ohne erkennbare Wirkung zu verpuffen. Sein Lebensstil entspricht auch dem der großen Fahrer von früher, er zeigt gerne was die Rennfahrerei wirtschaftlich einbringt, liebt italienische Sportwagen, Boote und versteht es die besten Partys zu feiern. Er zeigt sich ebenso wie er wirklich ist, versucht nichts zu beschönigen und lebt sein Rennfahrerleben, wie er es sich vorstellt.

In Zeiten wie diesen ist einer wie Iannone ein angefeindeter Fahrertyp, vor 20 Jahren wäre er als klassischer Rennfahrer verehrt worden. Die Presse hetzt schon sehr lange gegen Iannone, auch zu seinen Moto2 Zeiten machte er mit seinem instinktiven Zugang Rennen zu bestreiten und wegen seiner Art zu leben Schlagzeilen. Damals wurde er schon als „nicht massenkompatibel“ bezeichnet. Ein Begriff, der einiges über den geistigen Zugang zum derzeitigen Rennsport aussagt.

Ein Glück, dass es noch Fahrer gibt, die diesem zweifelhaften Verständnis von Rennsport nicht entsprechen. Fahrer wie er, zeigen der ganzen Welt wie armselig ein Teil der neuen mit „political correctness“ verseuchten GP-Piloten wirklich sind. Auch wenn es viele nicht gerne hören, Iannone hat für Ducati den ersten Sieg, nach einer ewigen Durststrecke eingefahren, trotzdem wird er die Roten am Saisonende verlassen. Die Angst Lorenzos gegen Iannone nicht bestehen zu können war wohl zu groß, deshalb muss der schnellere Fahrer im Team auch den Platz räumen. Hoffentlich kann er mit Suzuki an seine Erfolge anschließen und den farblosen, unisex wirkenden Fahrerkollegen weiterhin das Fürchten lehren.

Lesenwert ist seine Biographie auf seiner Webseite, diese zeigt ansatzweise wie der „Maniac“ tickt:

BIOGRAPHY

Gather round.
My name is Andrea Iannone.
Motorcycle racer. Currently for Ducati, official team, MotoGP.
I'm from Vasto, born in 1989.
August ninth.
I've got tattoos, rings. People think I'm a show-off.
But I've been giving them hell for years. To get here.
I started racing because Angelo was doing it. My brother.
Blood runs thick.
When we used to argue, my father would give us boxing gloves and lock us inside a room.
When the room grew silent he would open the door and put us in bed, exhausted.
My father believed in me.
I owe him everything. Do you understand everything? Everything.
On my first day of elementary school he said: "If you come home with bruises, then you'll get even more.
And remember that whoever starts it gets it twice as hard. "
So if someone got on my nerves, I'd have a go.
And I'd go nuts.
At a certain point he told me: what do you want to do, hang out with friends or be serious?
He sold everything to support me.
At 15, 2004, I was racing in both the Italian and Spanish championship.
I had a rough start, picked myself up, and with a few laps to go I fell. Because I didn't know how to control myself. I wanted to overdo it.
It's just who I am. I know no limits.
If I play cards I want to win even if I don't know the rules.
And if I lose I cry.
If you don't believe me, come experience it with me.
Feel for my ways, and everything will go...
They expelled me from private school.
I would open my friends' rooms with calling cards.
If they didn't let me go out, I would escape.
It's always better to apologize than ask permission.
I'll explain why later.
In the following season I made it to the 125 cc World Championships.
The first race I won was on 4 May 2008, in Shanghai. It was the greatest day of my life.
For now, of course.
The bike from that race is in my shed, in my headquarters, in Vasto.
My life lies in there.
I listen to Vasco. I listen to Club Dogo.
My favorite line is: "I break crystal glasses because I'm the best at doing it. "
Do you understand it?
You have to find your talent, whatever it is.
From 2010 to 2012 I raced in Moto2.
Then in MotoGP, Ducati Pramac Racing, two years.
I learned hear how to roll with the punches, be patient, work towards a goal.

I like my life. I like how I dress. I like my house in Vasto Marina. In my shower I've got a mosaic portraying a dream girl. In my living room a powerful stereo system.

I like my motorhome, the Audi RS6 Biturbo which I drive, it's a powerful one. I like the sound it makes when I down-shift: it seems like firecrackers. I like going out with my friends, small in numbers, trustworthy.

I like keeping my word. I'll goof off one hundred times over, but if the one hundred and first time I give you my word, you better believe I'll keep it. I like adrenaline, speed, when I pull ahead when I overtake. I hate being touched. I get up late. I eat late.  I go to bed late. Then I train. 

My motto is: dare. Always dare. I've learned to dare so that when the right moment comes I'll be ready,  it'll be a joke. And because of this it's better to apologize than to ask permission. I've learned to speak my mind, even if it hurts. I've learned to divide up the beast of Andre. The beast comes out when there aren't races and I can allow myself to do it. Otherwise I'm professional, concentrated. 

A machine. If you don't believe me come experience it with me feel for my ways and everything will go... PISS OFF!  

My name is Andrea Iannone
Motorcycle racer.

http://www.andreaiannone.com/default_en.aspx

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